Dienstag, 4. Mai 2021

Zahlenpuzzle

Für dieses Tastspiel schneiden Sie aus dicker Kartonpappe die Zahlen 0 bis 9 aus. Alternativ können vorgefertigte Tastzahlen aus Kunststoff oder Gummi verwendet werden, die auf der Rückseite mit Klebepunkten ausgestattet sind. Außerdem brauchen Sie noch ein blickdichtes Tuch als Augenbinde. Verbinden Sie dem Kind damit die Augen. Es darf während der Vorbereitungen wie auch beim Spiel selbst nichts sehen. Legen Sie die Zahlen durchgemischt auf den Tisch. Die Zahlenausschnitte kleben Sie mit Klebeband ebenfalls durchmischt an die Wand. Führen Sie das Kind nun zum Tisch. Es soll sich eine der Zahlen nehmen, wobei es willkürlich zugreifen oder die ausgeschnittenen Zahlen abtasten kann. Nachdem Sie das Kind einige Male im Kreis gedreht haben, tastet es sich zur Wand vor und sucht den passenden Zahlenausschnitt für seine Zahl. Wenn es ihn gefunden hat, presst es seine Zahl hinein. Schafft es das Kind, alle Zahlen auf diese Weise richtig an der Wand unterzubringen? Älteren Kindern können Sie ein Zeitlimit von fünf Minuten setzen. Bei diesem Spiel kommt es nicht nur auf Feingefühl an, sondern auch auf die richtige Strategie. Wenn das Kind die Zahlenausschnitte gründlich abtastet und sich ihre Anordnung einprägt, kann es sich gezielt eine Zahl vom Tisch nehmen, von der es schon ungefähr weiß, wohin sie gehört. So geht es deutlich schneller voran. Es können auch zwei Kinder gleichzeitig am Zahlenpuzzle arbeiten und sich dabei gegenseitig helfen und unterstützen. Zum Beispiel ertastet das eine Kind die Zahlen und das andere sucht den jeweils passenden Ausschnitt an der Wand. Oder Sie machen ein Wettspiel daraus, bei dem es für jede richtig eingeordnete Zahl einen Punkt gibt. Dabei können zwei Kinder gleichzeitig oder nacheinander spielen. Für den gleichzeitigen Spielablauf bekleben Sie zwei gegenüber liegende Wände mit je einem kompletten Set an Zahlenausschnitten. So arbeitet jedes Kind an seiner eigenen Tastwand. Die Zahlen können sich beide von einem Tisch in der Mitte des Raumes holen. Während der Vorbereitungen sollten die Kinder die Augen schon verbunden haben, damit sie die Anordnung der Ausschnitte nicht sehen. Umso wichtiger ist es, ihnen bevor es losgeht Spielaufbau und Ablauf genau zu erläutern.

Das Zahlenpuzzle trainiert Tastsinn, Konzentration und Erinnerungsvermögen. Das Verbinden der Augen ist dabei besonders wichtig. Es schaltet alle visuellen Reize aus und hilft dem Kind, sich allein auf das Tasten zu konzentrieren. Jüngere Kinder brauchen bei dem Spiel anfangs noch etwas Hilfe, mit ein bisschen Übung klappt es aber immer besser. Denken Sie daran, nach jedem kompletten Durchgang die Zahlen durchzumischen und die Zahlenausschnitte in einer anderen Anordnung an die Wand zu kleben. So muss das Kind seinen Tastsinn einsetzen und kann die Zahlen nicht einfach aus dem Gedächtnis einordnen. So bleibt das Spiel eine spannende Herausforderung. Durch kleine Variationen können Sie den Schwierigkeitsgrad steigern. So können Sie zum Beispiel eine Zahl oder einen Zahlenausschnitt weglassen. Das Kind soll die Zahlen wie gewohnt in die Ausschnitte einsetzen und dabei herausfinden, welche Zahl fehlt bzw. nicht eingeordnet werden kann. Anstelle des Zahlenpuzzles können Sie selbstverständlich auch ein Buchstabenpuzzle basteln oder eine Mischung von beidem.


Augen verbinden! Du soll nicht sehen, wo sich die Ausschnitte an der Wand befinden.

Eine Zahl vom Tisch nehmen.

In welchen Ausschnitt passt deine Zahl hinein?

Nein, hier nicht!

Aber hier!

Rollentausch! Wer schafft es, mehr Zahlen richtig an der Wand zu platzieren?











Dienstag, 23. Februar 2021

Spielebuch in zweiter Auflage erschienen


Die zweite Auflage des Spielebuchs ist jetzt verfügbar!

Kai Hausmann, Spiele mit verbundenen Augen. 200 Spiele und Übungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Norderstedt (2, Aufl.) 2021.

ISBN 9783752855197

13,50 €

Kostenlose Rezensionsexemplare können über den Autor oder den Verlag bezogen werden. 



Spiele wie Blindekuh und Topfschlagen dürfen auf keinem Kindergeburtstag fehlen. Aber es gibt noch viele andere Spiele mit verbundenen Augen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen faszinieren. Sie bereiten nicht nur jede Menge Spaß, sondern fördern Vertrauen und Kooperation und schulen die nichtvisuellen Sinne. Dieses Spielebuch stellt über 200 Spiele, Übungen und Experimente mit verbundenen Augen aus den Bereichen Geschicklichkeitsspiele, Vertrauensspiele und Sinnesspiele zusammen. Passende Spiele findet man für Geburtstag, Party, Umweltpädagogik, Erlebnispädagogik, Teambuilding, Schule, Verein, Ferienlager oder einfach für zwischendurch.

 

  • 80 Seiten
  • 234 Spiele und Übungen
  • Geschicklichkeitsspiele, Vertrauens- und Kooperationsspiele, Sinnesspiele
  • pädagogische Erläuterungen, Tipps, Experimente und Challenges
  • s/w Illustrationen

Jetzt als E-Book erschienen:


Andrew Short, Exploring The Senses With Blindfolds



Samstag, 4. Januar 2020

Topfschlagen



Topfschlagen ist ein Klassiker, der ähnlich wie Blindekuh auf keinem Kindergeburtstag fehlen darf. Einer Spieler/in werden die Augen verbunden, sie wird einige Male im Kreis gedreht und bekommt einen Kochlöffel in die Hand gedrückt. Währenddessen verstecken die übrigen Spieler/innen einen Topf irgendwo auf dem Spielfeld. Die „blinde“ Spieler/in darf sich dann auf die Suche nach dem Topf machen, indem sie sich auf allen Vieren fortbewegt und den Kochlöffel als Tasthilfe nutzt. Die anderen Spieler/innen geben der Suchenden Hinweise. Sie rufen „heiß“, „warm“ oder „kalt“, je nachdem ob sich die Spieler/in dem Topf nähert oder sich von ihm entfernt. Wenn die „blinde“ Spieler/in den Topf gefunden (d.h. mit dem Kochlöffel berührt) hat, darf sie sich die Augenbinde abnehmen und sie an die nächste Spieler/in weitergeben. Auf Kindergeburtstagen kann man Süßigkeiten unter dem Topf verstecken, die die suchende Spieler/in behalten darf, wenn sie den Topf gefunden hat. Damit das Spiel nicht langweilig wird, können Sie bei älteren Kindern die Herausforderung etwas steigern. So können Sie auf einer großen Spielfläche zum Beispiel zwei Spieler/innen gleichzeitig mit verbundenen Augen nach dem Topf suchen lassen. Auch kann man sich einen kleinen Spaß erlauben und den Topf leise von der Spielfläche entfernen. Merkt die "blinde" Spieler/in, dass sie in die Irre geführt wird? Wenn nicht, stellen Sie den Topf nach einigen Minuten wieder auf.  


Warm, heiß oder kalt? Mit verbundenen Augen auf der Suche nach dem Topf.

Donnerstag, 2. Januar 2020

Hindernisparcours



Mit Turngeräten aber auch mit alltäglichen Materialien können Sie einen spannenden Hindernisparcours für Vertrauens- und Kommunikationsspiele aufbauen. Jeweils eine sehende Partner/in bekommt die Aufgabe, eine „blinde“ Partner/in mit taktilen oder akustischen Signalen durch den Parcours zu führen. Dabei kommt es auf gegenseitiges Vertrauen und Einfühlungsvermögen an. Wer sich führen lassen möchte, sollte den Parcours vorher nicht gesehen haben bzw. sich den Standort der Hindernisse nicht merken können. Schließlich sollen wir uns auf die Anweisungen der Partner/in verlassen und nicht auf unser Gedächtnis.

Minenfeld
Platzieren Sie auf der Spielfläche etwa 20 Keulen oder leere Flaschen als Hindernisse. Verbinden Sie dem Kind die Augen, und drehen Sie es einige Male im Kreis. Langsam und vorsichtig geht das Kind „blind“ durch den Raum. Führen Sie es durch Zurufe um die Hindernisse herum. Schafft es das Kind, den Raum zu durchqueren, ohne ein Hindernis zu berühren oder gar umzuwerfen? Beim zweiten Durchgang können Sie das Spiel etwas anspruchsvoller gestalten, indem Sie das Kind mit vereinbarten Klopfzeichen führen. (z.B. einmal klopfen rechts, zweimal klopfen links, dreimal klopfen stopp, viermal klopfen um 180 Grad umdrehen) Wenn das Kind ein Hindernis berührt, muss es zurück an den Start. Wenn es den Parcours fehlerfrei durchläuft, darf es sich die Augenbinde abnehmen, und die Rollen werden getauscht.

Im Hindernisparcours müssen die Kinder einander "blind" vertrauen.


Geräteparcours
Während die Kinder vor der Tür warten, wird in der Halle aus Kästen, Bänken und Matten ein Hindernisparcours aufgebaut. Nacheinander bekommt jedes Kind die Augen verbunden und wird an der Hand eines sehenden Partners in die Halle und durch den Parcours geführt. Alternativ kann man die einzelnen Hindernisse mit Seilen verbinden, so dass sich die Kinder selbst den Weg durch den Parcours ertasten können. An jedem Hindernis sollten allerdings Helfer bereitstehen, die die Kinder beim Balancieren, Klettern oder Rutschen unterstützen. Wer den Parcours komplett durchlaufen hat, wird aus der Halle herausgeführt und darf sich die Augenbinde abnehmen. Bauen Sie den Parcours nach dem ersten Durchgang um. Nun können die Partner/innen für den zweiten Durchgang die Rollen tauschen.

Im Geräteparcours übernimmt deine Partner/in das Sehen für dich und hilft dir, 
die Hindernisse zu überwinden.


Seilparcours
Platzieren Sie auf einer großen freien Fläche mehrere Hindernisse, wie Bänke, Tisch, Stühle, Kästen usw. Verbinden Sie die Hindernisse untereinander mit Seilen. Die Spieler/innen sollten den Parcours idealerweise vorher nicht gesehen haben und werden mit verbundenen Augen an den Start geführt. Sie können sich an den Seilen entlang von Hindernis zu Hindernis tasten. An jedem Hindernis sollte eine Helfer/in bereitstehen, die beim Übersteigen, Klettern oder Balancieren assistiert. Aufgabe der Spieler/innen ist es, „blind“ den Weg durch den Parcours zum Ziel zu finden. Im Wald oder auf einer Wiese kann ein Seilparcours auch zur spielerischen Naturerkundung eingesetzt werden.

An aufgespannten Seilen können sich die Spieler/innen mit verbundenen 
Augen den Weg durch den Parcours selbst ertasten.


Dienstag, 17. Dezember 2019

Hänschen piep einmal!


Bei diesem Ratespiel geht es darum, einander an der Stimme zu erkennen. Es wird besonders gern auf Kindergeburtstagen oder Partys gespielt. Die Spieler/innen sitzen im Kreis. Eine Spieler/in kommt in die Mitte, lässt sich die Augen verbinden und einige Male um die eigene Achse drehen. Anschließend wechseln noch einmal alle Spieler/innen die Plätze, denn die „Blinde Kuh“ soll sich nicht merken können, wer wo sitzt. Dann tastet sich die „blinde“ Spieler/in zu einer anderen Spieler/in vor und setzt sich bei ihr auf den Schoß. Sie bittet diese Spieler/in: „Hänschen piep einmal!“ Daraufhin gibt die Spieler/in mit verstellter Stimme einen Piepton von sich. Schafft es, die „Blinde Kuh“ an der Stimme zu erkennen, bei wem sie auf dem Schoß sitzt? Wenn ja, darf sie mit dieser Spieler/in die Rollen tauschen. Wenn sie falsch rät, wird sie zurück in die Mitte geführt und muss sich bei einer anderen Spieler/in auf den Schoß setzen. Die „blinde“ Spieler/in sollte keine zusätzlichen akustischen oder taktilen Hinweise erhalten. Während des Spiels sollten die zuschauenden Spieler/innen möglichst leise sein, auch wenn sie sich das Lachen kaum verkneifen können. Die „Blinde Kuh“ darf die Spieler/in, bei der sie auf dem Schoß sitzt, nicht mit den Händen berühren.


Kannst du an der Stimme erkennen, bei wem du auf dem Schoß sitzt?



Donnerstag, 28. November 2019

Tastpfad



Ein Tastpfad sensibilisiert den Tastsinn und ermöglicht eine neue Naturerfahrung. In einigen Wäldern, Parks und Umweltzentren findet man fest installierte Pfade mit wechselnden Materialien als Untergrund, z.B. Gras, Moos, Kieselsteine, Erde, Sand, Holz usw. Der Tastpfad wird barfuß begangen, um die Materialien mit den Füßen zu erfühlen. Noch spannender ist es, sich die Augen verbinden zu lassen und an der Hand eines Partners langsam über den Pfad geführt zu werden. Bei einigen Tastpfaden ist ein Handlauf oder ein gespanntes Seil vorhanden, so dass man auch alleine den Weg über den Pfad mit geschlossenen oder verbundenen Augen finden kann.

Für den Unterricht oder für den Einsatz auf Spielfesten kann man mit wenig Aufwand einen mobilen Tastpfad selbst basteln. Dazu werden die verschiedenen Materialien in niedrigwandige Kisten oder Kartons gegeben. Diese werden dann in kurzen Abständen hintereinander aufgestellt und mit Tüchern verdeckt. Die Kinder ziehen sich Schuhe und Strümpfe aus und lassen sich die Augen verbinden. Decken Sie anschließend die Kisten auf. Nehmen Sie die „blinden“ Kinder nacheinander an die Hand und führen sie langsam und vorsichtig über den Pfad. Den Geführten sollte genug Zeit gegeben werden, den Inhalt der Kisten ausgiebig mit den Füßen zu erfühlen. Die Kinder sollen die Materialien nicht nur benennen, sondern möglichst genau beschreiben, wie sie sich anfühlen. Welche Dinge sind hart und welche weich? Welche fühlen sich angenehm und welche unangenehm an? Verwenden Sie für den Tastpfad Naturmaterialien, die im Wald oder im Garten häufig anzutreffen sind: Steine, Äste, Blätter, Sand, Erde, Kastanien, Eicheln, Moos, Gras usw. Streuen Sie aber auch vereinzelt Kisten ein, die künstliche Materialien enthalten. (z.B. Filz, zerknülltes Papier, Watte, Knöpfe, Korken) Erkennen die Kinder, welche Materialien nicht aus dem Wald oder aus dem Garten stammen? Nach jedem Durchgang sollten die Kisten wieder verdeckt und ihre Reihenfolge variiert werden. Nehmen Sie den Kindern erst danach die Augenbinden ab. Idealerweise sollten sie den Inhalt der Kisten nicht sehen und sich die Reihenfolge nicht merken können. So bleibt es auch beim zweiten Durchgang noch spannend, sich durch den Tastpfad führen zu lassen.

Das Verbinden der Augen mit Masken oder blickdichten Tüchern ist bei diesem Spiel sehr wichtig. Es sorgt dafür, dass visuelle Reize komplett wegfallen. So werden die Kinder nicht abgelenkt und können sich voll und ganz auf ihren Tastsinn konzentrieren. Sie werden schnell merken, dass der Tastsinn viel aufmerksamer und sensibler ist, wenn die Augen nicht mithelfen. Außerdem erhält der Gang über den Tastpfad durch das Verbinden der Augen die schöne Komponente eines Vertrauensspiels.  





Sonntag, 17. November 2019

Marco Polo

Marco Polo ist ein Such- und Fangspiel für zwei bis 10 Spieler/innen, das die Regeln des klassischen Blindekuhspiels etwas variiert. Ein/e Spieler/in lässt sich die Augen verbinden und einige Male um die eigene Achse drehen. Dann muss sie versuchen, eine der anderen Spieler/innen zu fangen. Wenn der/die Fänger/in „Marco“ ruft, antworten alle anderen „Polo“. So kann sich die "Blinde Kuh" am Gehör orientieren. Wenn sie eine/n der Spieler/innen erwischt hat, muss sie durch Abtasten herausfinden, wer es ist. Wenn ihr das gelingt, darf sie die Augenbinde abnehmen und an den/die erkannte Spieler/in weitergeben. Ansonsten wird die "Blinde Kuh" ein paar Mal im Kreis gedreht und muss sich erneut auf die Suche machen. Marco Polo lässt sich am besten auf einer großen freien Fläche spielen. Es eignet sich aber auch für den Swimmingpool.


Wenn du als "Blinde Kuh" die Augen verbunden hast, kannst du dich an den Rufen der Mitspieler orientieren.


Noch nicht gucken! Versuche erst, durch Abtasten herauszufinden, wen du gefangen hast.