Dienstag, 17. Dezember 2019

Hänschen piep einmal!


Spielerzahl: 10-20, Alter: 6-20, Material: Stühle, 1 blickdichtes Tuch zum Verbinden der Augen, evtl. 1 Kissen


Worum geht es?

Bei diesem Ratespiel geht es darum, einander an der Stimme zu erkennen. Es wird besonders gern auf Kindergeburtstagen oder Partys gespielt. Zudem kann es als Kennenlernspiel für Gruppen eingesetzt werden. Hänschen piep einmal regt Kinder und Jugendliche an, sich Stimmen und Namen einzuprägen. Lustige Verwechslungen sind dabei vorprogrammiert. Erklären Sie zuerst die Spielregeln. Bestimmen Sie durch Auszählen die Blinde Kuh. Bei Kindergeburtstagen ist das Geburtstagskind zuerst an der Reihe. Dann bilden die Kinder einen großen Stuhlkreis, und Sie holen ein blickdichtes Tuch zum Verbinden der Augen.

Wo wird gespielt?

Bei diesem Spiel brauchen wir etwas Platz, um einen großen Stuhlkreis zu bilden. Mit kleineren Gruppen oder mit der Familie kann man auch im Wohnzimmer spielen, wenn man einige Sessel in Kreis oder Quadrat zusammen stellt oder sich im Schneidersitz auf den Boden setzt.

Wie wird gespielt?

Die Spieler/innen sitzen im Kreis. Die ausgewählte Blinde Kuh kommt in die Mitte, lässt sich die Augen verbinden und einige Male um die eigene Achse drehen. Anschließend wechseln noch einmal alle Spieler/innen die Plätze, denn die Blinde Kuh soll sich nicht merken können, wer wo sitzt. Dann tastet sich die „blinde“ Spieler/in zu einer anderen Spieler/in vor und setzt sich bei ihr auf den Schoß. Oder Sie führen die Blinde Kuh ein bisschen im Kreis herum und setzen sie dann bei jemandem auf den Schoß. Die Blinde Kuh bittet diese Spieler/in: "Hänschen piep einmal!" Daraufhin gibt "Hänschen" mit verstellter Stimme einen Piepton von sich. Schafft es, die Blinde Kuh an der Stimme zu erkennen, bei wem sie auf dem Schoß sitzt? Wenn ja, darf sie mit dieser Spieler/in die Rollen tauschen. Wenn sie falsch rät, wird sie zurück in die Mitte geführt und muss sich bei einer anderen Spieler/in auf den Schoß setzen.

Hinweise und Varianten

Die "blinde" Spieler/in sollte keine zusätzlichen akustischen oder taktilen Hinweise erhalten. Während des Spiels sollten die zuschauenden Spieler/innen möglichst leise sein, auch wenn sie sich das Lachen kaum verkneifen können. Damit die Blinde Kuh die Spieler/in, bei der sie auf dem Schoß sitzt, nicht direkt berührt, kann man ihr ein Kissen geben. Die Blinde Kuh legt es der Spieler/in auf den Schoß und setzt sich dann darauf. Wenn wir ohne Sitzgelegenheiten spielen, setzt sich die Blinde Kuh mit dem Rücken vor eine andere Spieler/in. Diese hält die Hände der Blinden Kuh, damit sie weiß, dass sie richtig sitzt. Bei einer großen Gruppe oder wenn sich die Spieler/innen noch nicht so gut kennen, darf die "blinde" Spieler/in zwei Mal raten. Oder sie bekommt einen zusätzlichen Hinweis, indem "Hänschen" ihr den Anfangsbuchstaben seines Vornamens mit dem Finger auf den Rücken schreibt. Wenn sich die Spieler/innen bereits gut kennen, kann man der Blinden Kuh die Aufgabe geben, eine bestimmte Person zu finden. Sie setzt sich dann reihum bei jedem auf den Schoß, bis sie glaubt, die gesuchte Person an der Stimme erkannt zu haben.    



Erkennst du die Mitspieler/innen, auch wenn sie ihre Stimme verstellen?





Sonntag, 17. November 2019

Marco Polo


Spielerzahl: 2-10, Alter: 6-18, Material: 1 Augenbinde


Wo wird gespielt?

Marco Polo lässt sich am besten auf einer großen freien Fläche spielen, z.B. im Garten oder in der Turnhalle. Wir brauchen dafür nur ein Tuch zum Augenverbinden. Das Spiel eignet sich aber auch für den Swimmingpool. Dort sollte man anstatt eines Tuchs eine blickdichte Schwimmbrille als Augenbinde verwenden.

Wie wird gespielt?

Marco Polo ist ein Such- und Fangspiel für zwei bis 10 Spieler/innen, das die Regeln des klassischen Blindekuhspiels etwas variiert. Ein/e Spieler/in lässt sich die Augen verbinden und einige Male um die eigene Achse drehen. Dann muss sie versuchen, eine der anderen Spieler/innen zu fangen. Wenn der/die Fänger/in „Marco“ ruft, antworten alle anderen „Polo“. So kann sich die Blinde Kuh am Gehör orientieren. Wenn sie eine/n der Spieler/innen erwischt hat, muss sie durch Abtasten herausfinden, wer es ist. Wenn ihr das gelingt, darf sie die Augenbinde abnehmen und an den/die erkannte Spieler/in weitergeben. Ansonsten wird die Blinde Kuh ein paar Mal im Kreis gedreht und muss sich erneut auf die Suche machen. 

Variante

Drinnen kann man Marco Polo auch gut zu zweit spielen. Die gesuchte Spieler/in versteckt sich irgendwo im Raum. Die Blinde Kuh macht sich auf die Suche und darf währenddessen drei Mal nach der Spieler/in  rufen.


Die Fängerin muss sich mit verbundenen Augen nach Gehör orientieren.



Dienstag, 29. Oktober 2019

Bäume ertasten


Spielerzahl: 2, Alter: 10-20, Material: 1 blickdichtes Tuch zum Verbinden der Augen


Worum geht es?

Bäume ertasten ist ein spannendes Naturerfahrungsspiel, bei dem die Teilnehmer/innen unter Ausschaltung des Sehsinns, einen Baum erkunden und wiedererkennen sollen. Die Spieler/innen sollen Merkmale von Bäumen finden und sie sich einprägen, um aus nichtvisuellen Sinnenwahrnehmungen eine visuelle Vorstellung entwickeln. Bäume ertasten wird in der Naturpädagogik zur Aktivierung und Sensibilisierung der Sinne eingesetzt. Mit ihm kann man aber auch einen Waldspaziergang mit Kinder unterhaltsam gestalten.

Wo wird gespielt?

Gespielt wird im Wald, idealerweise in einem Mischwald. Das Spiel kann aber auch auf einem parkähnlichen Gelände mit Baumbestand durchgeführt werden.

Wie wird gespielt?

Es werden Paare gebildet. Eine Partner/in lässt sich die Augen mit einem Tuch verbinden und wird einige Male im Kreis gedreht bis sie die Orientierung verloren hat. Die sehende Partner/in nimmt ihre "blinde" Partner/in an die Hand und führt sie behutsam kreuz und quer durch den Wald zu einem beliebigen Baum. Diesen soll die "blinde" Partner/in mit den ihr zur Verfügung stehenden Sinnen erkunden. Ohne die Hilfe der Augen können Tasten, Hören und Riechen viel intensiver zur Geltung kommen und helfen, eine ganze Menge Details über den Baum herauszufinden:

  • Wie fühlt sich die Rinde an?
  • Ist sie rau oder glatt? Ist sie mit Moos bewachsen?
  • Wie dick ist der Stamm? Kann man ihn mit den Armen umfassen?
  • Wo verlaufen Äste und Wurzeln?
  • Welche Blätter und Früchte hat der Baum?
  • Sind das Knacken von Ästen und das Rauschen von Blättern zu hören?
  • Wie riecht die Rinde?
  • Handelt es sich um einen Laubbaum oder einen Nadelbaum? 

Außerdem ist es sinnvoll, die unmittelbare Umgebung des Baumes etwas abzusuchen. Steht der Baum alleine oder befinden sich andere Bäume und Büsche in der Nähe? Nach fünf Minuten wird die "blinde" Partner/in ein paar Mal im Kreis gedreht und auf Umwegen wieder zurück zum Ausgangspunkt geführt. Sie soll sich den Hin- und Rückweg zum Baum möglichst nicht merken können. Erst am Ausgangspunkt wird der Spieler/in die Augenbinde abgenommen. Nun darf sie sich mit offenen Augen auf die Suche nach dem Baum machen, den sie gerade "blind" erkundet hat. Kann sie ihn wiederfinden?

Hinweise

Bäume ertasten fördert Aufmerksamkeit, Konzentration, Erinnerungsvermögen und spricht mehrere Sinne gleichzeitig an. Besprechen Sie mit jüngeren Spieler/innen zuvor, an welchen Merkmalen man einen Baum wiedererkennen könnte. Jugendlichen und Erwachsenen können Sie vor Spielbeginn erklären, woran man verschiedenen Baumarten unterscheiden kann. Die Spieler/innen können dann versuchen, den ertasteten Baum einer Baumart zuzuordnen. Mit etwas Übung ist die Baumbestimmung gar nicht so schwierig. Eine Kiefer hat z.B. lange Nadeln, eine dicke Rinde mit vielen Rissen und kurze Zapfen. Eine Fichte hat dagegen kurze Nadeln, eine schuppige Rinde und lange Zapfen. Eine Buche hat Blätter mit gewelltem Rand, eine glatte Rinde und Bucheckern als Früchte. Eine Eiche erkennt man an eingebuchteten Blättern, einer rissigen Rinde und Eicheln als Früchte. 



Kann Hannah einen Baum wiederfinden, zu dem sie "blind" geführt wurde?


Dienstag, 8. Oktober 2019

Blindenführung


Spielerzahl: 2, Alter: 12-25, Material: 1 blickdichtes Tuch zum Verbinden der Augen


Worum geht es?

Blindenführung ist ein einfaches, aber spannendes Vertrauensspiel. Es eignet sich für Schule, Verein und Teambuilding, kann aber auch einen langweiligen Spaziergang spannender gestalten.

Wo wird gespielt?

Durchführen kann man das Spiel in der Wohnung, im Garten, in der Turnhalle, auf dem Spielplatz, auf dem Schulhof oder im Wald. Wählt sichere und ruhige Orte mit wenig Verkehr aus. Der führende Spieler sucht sich eine geeignete Route aus und sollte sie vorher einmal abgehen. Es macht Sinn, das Spiel zunächst einmal in einer vertrauten Umgebung auszuprobieren, damit sich beide Partner leichter an die Spielsituation gewöhnen können.

Wie wird gespielt?

Am ausgemachten Startpunkt lässt du dir von deinem Partner die Augen mit einem blickdichten Tuch verbinden und dich so lange im Kreis drehen, bis du die Orientierung verloren hast. Nun nimmt dich der Partner an die Hand und führt dich behutsam durch die Umgebung. Er gibt die Richtung vor und passt auf, dass du nicht stolperst oder irgendwo anstößt. Es wird nicht verraten, wohin du geführt wirst. Du darfst aber deine nichtvisuellen Sinne nutzen, um dir ein Bild von der Umgebung zu machen. Was hörst, fühlst und riechst du? Vielleicht kannst du ja herausfinden, wo du gerade bist. Oder lass dich einfach überraschen. Nach 20 bis 30 Minuten am Ziel angekommen, nimmt dir dein Partner die Augenbinde ab, und du darfst endlich wieder etwas sehen. Nun werden die Rollen getauscht. Dein Partner bekommt die Augenbinde um, und du übernimmst die Führung.

Hinweise

Während des Spiels sollte möglichst wenig gesprochen werden. Nur vor schwierigen Hindernissen, wie Treppen, rechtzeitig warnen. Die Paare vereinbaren vor Spielbeginn taktile und akustische Hinweise, mit denen geführt wird. Wer sich unsicher fühlt, darf die Blindenführung zunächst nur mit geschlossenen Augen ausprobieren. Wenn genug Vertrauen in den Partner und die Situation vorhanden ist, werden die Augen dann verbunden. Wählen Sie Augenbinden aus, die auch über einen längeren Zeitraum angenehm getragen werden können. 
Das Spiel stärkt Empathie, Teamfähigkeit und Vertrauen. Zudem sensibilisiert es die nichtvisuellen Sinne. Zudem ist eine Blindenführung ein spannender Selbstversuch und ermöglicht es, die Welt einmal aus der Perspektive sehbehinderter Menschen zu erleben. Die gesammelten Erfahrungen sollten im Anschluss mit der Gruppe besprochen werden. 


Du hast schon Mal an einer Blindenführung teilgenommen? Was waren deine Erfahrungen als sehende/ als "blinde" Spieler/in?

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Mit verbundenen Augen musst du deinem Partner im wörtlichen Sinne 
"blind" vertrauen. Er übernimmt für dich das Sehen und führt dich.


Dienstag, 25. Juni 2019

Blindekuh – Der Spieleklassiker


Blindekuh gehört nicht umsonst zu den weltweit bekanntesten und beliebtesten Kinderspielen. Das Spiel existiert auf dem gesamten Globus in vielen verschiedenen Varianten. Im Folgenden werden einige aufgezählt. Kennst Du eine weitere Variante? Dann bitte als Kommentar oder Mail mitteilen! Oder einfach, schnell und anonym über dieses Portal.


Spielerzahl: 4-20, Alter: 6-20, Material: 1 blickdichtes Tuch zum Verbinden der Augen


Wo wird gespielt?

Wir brauchen eine ebene Spielfläche ohne Hindernisse. Ideal sind ein großer Raum, eine Turnhalle, eine Wiese. Möbel, an denen man sich stoßen könnte, solltest du vorher beiseite räumen.


Wer ist zuerst die Blinde Kuh?

Freiwillige vor! Wenn sich mehrere Freiwillige melden, bestimme mit einem Abzählreim, wer anfängt. Auf dem Kindergeburtstag ist das Geburtstagskind zuerst an der Reihe.

Wie wird gespielt?

Verbinde der Blinden Kuh die Augen mit einem blickdichten Tuch, und drehe sie einige Male schnell im Kreis, damit sie die Orientierung verliert. Die Blinde Kuh muss nun versuchen, eine der anderen Spieler/innen zu fangen. Diese dürfen sich frei über die Spielfläche bewegen und die Blinde Kuh necken, indem sie sie immer wieder anlocken und ins Leere laufen lassen. Auch ein bisschen Zupfen und Kitzeln sind erlaubt. Wenn die "Kuh" jemanden erwischt, muss sie die Person durch Abtasten oder an der Stimme erkennen. Schafft sie es, darf sie die Augenbinde an die erkannte Spieler/in weitergeben. Rät sie falsch, wird die Blinde Kuh erneut im Kreis gedreht und muss weitersuchen.

Was ist zu beachten?
  • Verwende eine bequeme und blickdichte Augenbinde. Achte darauf, dass die Blinde Kuh auch wirklich "blind" ist.
  • Achte als Spielleiter/in darauf, dass die Blinde Kuh nicht stolpert, irgendwo anstößt oder unabsichtlich die Spielfläche verlässt.
  • Die sehenden Spieler/innen sollten der Blinden Kuh akustische Hinweise geben. Sie können sich z.B. durch Händeklatschen oder mit Rasseln oder Schellen bemerkbar machen. Das ist vor allem auf einer großen Spielfläche sinnvoll, wo sich die Blinde Kuh ansonsten nicht orientieren könnte. Wenn man in einem kleinen Raum spielt, sollten die sehenden Spieler/innen hingegen möglichst leise sein. Dazu können sie sich z.B. auf Strümpfen oder barfuß fortbewegen.
  • Der Spaß von Blindekuh beruht auf einer unfairen Spielsituation. Gegenüber den sehenden Spieler/innen ist die Blinde Kuh klar im Nachteil. Necken und Foppen sind erlaubt, sollten aber nicht übertrieben werden. Wenn die Blinde Kuh lange Zeit niemanden erwischt, sollte sich jemand freiwillig fangen lassen.
  • Die sehenden Spieler/innen dürfen sich frei bewegen und jederzeit ausweichen, sollten sich aber nicht vor der Blinden Kuh verstecken. Achte darauf, dass jede Spieler/in mindestens einmal die Blinde Kuh ist. Übernimm auch selbst einmal die Rolle der Blinden Kuh!

Training für die Sinne

Blindekuh und verwandte Such- und Fangspiele sind ein gutes Training für das Richtungshören. Das Sehen als wichtigster Orientierungssinn wird ausgeschaltet, und die Blinde Kuh muss sich allein auf ihr Gehör verlassen, um die anderen Spieler verfolgen und finden zu können. Es müssen Richtungen und Entfernungen allein akustische Wahrnehmung eingeschätzt werden. Die verlorene räumliche Orientierung muss durch Hören zurückgewonnen werden, wenn auf der Spielfläche Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, auch durch Tasten. Das Spiel aktiviert und schult die nichtvisuellen Sinne. Die Schwierigkeit besteht darin, gleichzeitig verschiedene Reize zu verarbeiten und "blind" darauf zu reagieren. Daraus entstehen viele lustige Situationen, die Blindekuh bei Kindern und Jugendlichen so beliebt macht.


Ein Spiel für viele Gelegenheiten



Zur Auflockerung einer Sportstunde

Als "Klassiker" auf dem Kindergeburtstag im Garten

Blindekuh beim Mädelsabend

Beim Picknick im Park

Zu Hause, einfach mal als Spaß zwischendurch


Varianten des Blindekuhspiels


Das Spiel lässt sich mit einigen Modifizierungen an Anlass, Alter, Gruppengröße und Ort anpassen. Ob als Kreisspiel, mit zusätzlichen Handicaps für die sehenden Spieler/innen oder mit zwei Blinden Kühen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Auch die bekannten Spiele Marco Polo und Hänschen piep einmal können als Varianten von Blindekuh gelten. 



Mit klassischen Spielregeln, Video: Bastei Lübbe



Blindekuh als Kreisspiel



Plätze tauschen



Mbube Mbube



Blindes Huhn, Quelle: Bewegungs Booster, BKK




Du kennst eine weitere Variante des Spiels?

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